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Die aufkommende Vakuumtechnik stellte das Unternehmen dann vor eine Herausforderung. Sie konnte bei Holzfässern nicht einsetzt werden. Benötigt wurde eine am Fahrzeug mitführbare Pumptechnik für viskose und mit Fasern & Fremdkörpern belastete Medien, mit der einerseits aus Gruben angesaugt, andererseits der Fasswagen entleert werden konnte. Die Lösung war die elastomerbeschichtete Drehkolbenpumpe (1970 zum Patent angemeldet), die die weitere Entwicklung der Firma Vogelsang entscheidend veränderte. (Im Bild rechts, eine der frühen Drehkolbenpumpen.) Es stellte sich nämlich heraus, dass die neue selbstansaugende Pumpe nicht nur für Fasswagen geeignet war, sondern hervorragend auch andere dickflüssige Stoffe fördern konnte, bei denen die üblichen Kreiselpumpen versagten. Die Pumpe bestand hauptsächlich aus Stahl, und so wurden Metallbearbeitungsmaschinen angeschafft. Damals wie heute ist man der Überzeugung, dass zu einer erfolgreichen Entwicklung auch das Fertigungs- KnowHow gehört. Die Firma wandelte sich zum Maschinenbauunternehmen. |
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1976 starb Helmut Vogelsang. Bis in die Mitte der 80er Jahre wurde das Unternehmen deshalb von einem kaufmännischen und einem technischen Leiter erfolgreich weitergeführt. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf 50. Die Drehkolbenpumpe wurde weiter entwickelt und neue Produkte wurden entwickelt. Wie zum Beispiel der Dosimat Loch-Verteiler bzw. das Schleppschlauchgestänge, das heute Sinnbild für exakte und umweltfreundliche Gülleausbringtechnik ist und immer öfter auch für andere flüssige Düngestoffe verwendet wird. Ab 1985 übernahm die inzwischen wieder verheiratete Witwe Maria Vogelsang-Verhülsdonk als Geschäftsführerin die Leitung der Firma. Unter ihrer Leitung wurden weitere innovative Projekte in Angriff genommen und erfolgreich durchgeführt.
Auch in den neuen Bundesländern setzte Vogelsang nach der Wende Akzente. Die Herausforderungen im Osten führte zu einer Neuentwicklung, dem RotaCut-Nasszerkleinerer, der sich im Nachhinein zu einem vielseitig einsetzbaren Zerkleinerungsgerät entwickelt hat. Um näher an dem neuen Kundenkreis zu sein, wurde in Rothenschirmbach bei Halle ein Zweigwerk aufgebaut.
Hochmoderne Produktionsanlagen und stürmische Expansion.
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Die 90´ziger Jahre waren geprägt von einer stürmischen Expansion, in dessen Verlauf schnell die Zahl von 100 Mitarbeitern überschritten wurde. Darunter waren viele Auszubildende, die in kaufmännischen, technischen und handwerklichen Berufen geschult wurden. Neue Produktionshallen wurden errichtet und der Maschinenpark erweitert. Heute produzieren über 300 Mitarbeiter alleine in Essen Oldb. auf über 10.000 Quadratmetern Hallenfläche mit Hilfe hochmoderner, CNC-gesteuerter Fertigungsmaschinen qualitativ hochwertige Geräte und Anlagen. Technischer Geschäftsführer ist Hugo Vogelsang einer der Söhne des verstorbenen Helmut Vogelsang. Nach seinem Maschinenbaustudium an der Technischen Universität Hannover bereichert er seit 1992 mit seinen innovativen Ideen das Unternehmen, sorgt dafür, daß das Anwendungsspektrum der Vogelsang-Produkte durch Verbesserungen in Konstruktion und Fertigung immer mehr erweitert wird. Auch auf der kaufmännischen Seite hat sich das Unternehmen weiter entwickelt. So liegt der Exportanteil bei über 50 Prozent mit wachsender Tendenz. Dies ist das Metier von Harald Vogelsang, der seit 1997 den Verkauf leitet. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft an der Universität Münster sammelte er zunächst mehrere Jahre als Marketing-Leiter bei internationalen Konzernen Erfahrungen. Danach richtete sich seine Hauptaktivität bei Vogelsang auf die globalen Märkte. So wurde auf seine Initiative hin die bis heute sehr erfolgreiche Tochtergesellschaft Vogelsang-USA gegründet. Neben der schon damals existierenden Tochter Vogelsang Miljoteknik A/S in Dänemark gehören heute über 10 Töchter und Niederlassungen zur Unternehmensgruppe. Ergänzt durch ein weltweites Händlernetz exportiert das Unternehmen in alle europäischen Länder und wichtigen Industrienationen der Welt. In den Bildern rechts: Die Gebäude des Unternehmens im Wandel der Zeit; von oben nach unten: Bebauung 1991 - 1999 - 2003 |
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Produkte für die Industrie machen mittlerweile 50 Prozent aus
Aufgrund Ihrer guten Eigenschaften eroberte sich die Drehkolbenpumpe schnell weitere Einsatzgebiete. In den 90´zigern wurde dann der pulsationsfrei laufenden HiFlo-Drehkolben zur Serienreife gebracht, der der Drehkolbenpumpe die Tür für viele neue Einsatzbereiche weit öffnete. Heute sind Drehkolbenpumpen von Vogelsang aus der Industrie und der Abwassertechnik nicht mehr wegzudenken. Das Produktprogramm umfasst heute Drehkolbenpumpen mit einem Fördervolumen von bis zu 900 Kubikmeter pro Stunde und Drücken bis zu 16 bar. Es wurde und wird intensiv geforscht und entwickelt, um den technologischen Vorsprung vor den Wettbewerbern weiter auszubauen. Dieser technologische Vorsprung ist Grundlage für die Position als Marktführer für elastomerbeschichtete Drehkolbenpumpen.
Einen Umbruch hat man z.B. bei der Auslegung eingeführt: Durch optimierte, dem Medium angepasste Drehzahlauswahl, werden die Investitions- und Ersatzteilkosten reduziert und gleichzeitig eine längere Standzeit erreicht.
Auch in der Zerkleinerungstechnik geht es kontinuierlich weiter.
Beim RotaCut stehen heute diverse Baugrößen und Bauformen für Anwendungen bis 600 Kubikmeter pro Stunde zur Verfügung. Durch eine vielfältige Auswahl an Schneidsieben, Messerrotoren und Schneid- messerformen, Motoren mit unterschiedlichen Drehzahlen und Leistungen ist eine individuelle Auslegung für jede Aufgabenstellung möglich. Egal ob Landwirtschaft, Industrie oder Kläranlage, ob einfacher Schutz für nachfolgende Anlagenteile und Aggregate oder feine und definierte Zerkleinerung - alles ist möglich.
Dabei sind kombinierte Cut&Pump-Systeme mit ausgeklügelter Steuerungstechnik gerade bei anspruchs-vollen Applikationen immer weiter auf dem Vormarsch.
Daneben ergänzen die X-Ripper als zweite Produktfamilie das Angebot in der Zerkleinerungstechnik. Basierend auf der bewährten Drehkolbenpumpe, eignet er sich dank der robusten Bauweise hervorragend für die Zerkleinerung grober und spröder Fremdstoffe in Medien. Eine besondere Stellung nimmt dabei das Kombiaggregat aus X-Ripper und Drehkolbenpumpe ein, dass dank seiner äußerst kompakten Bauform, gerade bei begrenzten Platzverhältnissen eine echte Alternative ist.
Umweltschutz wird bei Vogelsang groß geschrieben
Umweltfreundliche Produkte und Produktionsmethoden stehen für Vogelsang an erster Stelle. Deshalb passen Produkte für Recycling und Entsorgung gut zum Unternehmen. Ein solches Produkt ist z.B. die im Hause Vogelsang entwickelte Vakuum-Entsorgungstechnik. Eben-falls basierend auf der bewährten Drehkolbenpumpe wird Sie mehr und mehr in der Bahnwirtschaft, für Schiffe und in der Hafenwirtschaft eingesetzt. Daneben überzeug diese Technik immer öfter auch im Gebäudemanagement, wie z.B. im Dortmunder Westfalenstadium. Die Deutsche Bahn und zahlreiche private Bahngesellschaften vertrauen auf Ihren Bahnhöfen und in Ihren Depots auf die Vakuum-Entsorgungstechnik aus dem Hause Vogelsang. Und auch im Ausland ist man inzwischen auf die Vogelsang Technik aufmerksam geworden. So ist man heimlich still und leise zum Marktführer für auf Drehkolbenpumpen basierte Vakuum-Entsorgungssysteme geworden. Werden die Fäkaltanks von Zügen, Schiffen usw. entsorgt, ist häufig Vogelsangtechnik dabei.
Technik für Biogasanlagen entspricht dem Umweltverständnis.
War das hohe Umweltbewusstsein schon die Triebfeder für die Entwicklung der Schleppschlauchsysteme, so war man natürlich schon frühzeitig im Bereich der Biogasanlagen dabei. Speziell angepasste Produkte wurden und werden entwickelt. Jüngstes Beispiel ist hier der von der DLG mit einer Silbermedaille ausgezeichnete QuickMix, der in einem Arbeitsgang Koferment und flüssige Phase anmaischt, Grobstoffe zerkleinert und die entstandene Suspension in den Fermenter fördert. Ein kompaktes Aggregat aus Zweiwellen-Schneckenförderer und Drehkolbenpumpe, das sicher schon bald auf vielen Biogasanlagen zur optimalen Gasausbeute beitragen wird, wie Hugo Vogelsang, technischer Geschäftsführer, überzeugt ist.
Maßstäbe setzen ist der Anspruch.
Nach 75 Jahren ist Vogelsang dank kontinuierlicher Forschung und Entwicklung führendes Unternehmen in vielen Bereichen. Maßstäbe setzen, selber entwickeln und nicht einfach nachbauen, so lässt sich die Philosophie der Familie Vogelsang beschreiben, die auch auf die Mitarbeiter übertragen wird.
So wundert es auch nicht, dass Stillstand nicht in diese Philosophie passt. Kontinuierlich wird an der Verbesserung der Produkte, aber auch an komplett neuen Produkten gearbeitet, werden sicher auch in Zukunft innovative Ideen und Konzepte im Hause geboren und zu marktreifen Produkten entwickelt.